Posts mit dem Label meine Meinung zu der Welt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label meine Meinung zu der Welt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 25. August 2012

wie funktioniert das eigentlich? Bienchen & Blümchen...

Fernsehprogramm vom 22. August 2012 - was hat sich Kabel1 nur dabei gedacht? Mein Videotext hat mir das so angezeigt und ich musste doch ein wenig schmunzeln... Eine Art Themenabend? Weise Voraussicht, um die Dinge zu erklären, die in den USA momentan so Thema sind?

Aber erstmal zum Anfang, damit man auch versteht, wie das so funktioniert:

Mann trifft Frau.
Anziehung besteht.
(Beeindruckungsversuche werden gestartet,
Liebesschwüre werden ausgetauscht,
Familienplanung wird gestartet,)
Kleidung wird ausgezogen.
Haut berührt Haut.
Bienchen-Blumen-Bestäubungsvorgang wird nachgeahmt.
Körperflüssigkeiten wechseln Körper.

So, alles ganz natürliche Vorgänge, passieren täglich ziemlich oft und überall in der Welt, eigentlich ziemlich faszinierend, wenn man drüber nachdenkt, wie zufällig doch jeder Einzelne von uns entstanden ist...

Aber nun, weiter im Text... Ich bin KEIN Abtreibungsfreund - ich denke, dass es in vielen Fällen eher Nachteile hat und es gerade für die Mutter unter Umständen eine ziemlich schlimme psychische Belastung darstellt... Nichtsdestotrotz kann auch ein Kind so eine Belastung sein und man kann auch drüber diskutieren, ob ein Kind, das von Anfang an nur mit Hass konfrontiert wird, ein gutes Leben haben wird (es gibt sogar soziologische Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen der Legalisierung von Abtreibung und einer damit einhergehenden, sinkenden Kriminalitätsrate von Leuten im Alter von 20, 20 Jahre später untersuchen).

Also: 

20:15 - wer spricht da denn also? Oh, ein Baby, wunderbar... aus Liebe entstanden und tüdelü, man freut sich die ganze Zeit drauf, traumhafte Schwangerschaft und das Kind nur als Fleischgewordene Liebe, eine Krönung des Glücks...
Aber, das ist nunmal nicht immer so... Was ist, wenn das Kind nicht geplant war? Wenn die Zeugung ein Akt der Gewalt war? Wenn man sich selbst dafür hasst, dass so etwas in einem wächst? Wenn das Kind ein Zeichen davon ist, dass einem sein Recht auf Eigenbestimmung und seine Würde genommen wurde? Wenn jemand mit einem spricht, dessen Erzeuger sich einfach genommen hat, was er wollte?

22:10 - Austreibung? Zurecht nur einen Daumen, der zur Seite zeigt, denn ja, es ist trotzdem der Abbruch von Leben und wer sagt, dass man sich das rausnehmen darf? Auf der anderen Seite sollte jedes Kind das Recht auf liebende Eltern haben und das geht unter gewissen Umständen wahrscheinlich nicht so gut...

Deswegen ist es ja nun auch wirklich gut zu wissen, dass so eine Abtreibung gar nicht notwendig ist... das hat uns nun nämlich Todd Atkin erklärt (der Herr ist republikanischer Senatsbewerber und hat nun wahrscheinlich dafür gesorgt, dass Romney von noch weniger Frauen gewählt wird...) Es ist nämlich scheinbar so, dass es eine "legitime Vergewaltigung" gibt - sprich, bei einer Vergewaltigung können keine Kinder gezeugt werden, sobald eine Frau aber ein Baby in sich trägt, kann es gar keine Vergewaltigung sein; Ärzte hätten ihm bestätigt, dass der weibliche Körper eine Möglichkeit sich gegen eine Befruchtung zu wehren (das gleiche gilt übrigens auch für Zeugungen, die aus einer Inzestverbindung hervorgehen!)  - wie gut auch, dann kann man das gleich auch nutzen, um Gerichtskosten zu sparen, weiß man dann ja, obs ne Vergewaltigung war oder nicht...
Nun will also selbst Romney Atkin loswerden - er will Frauen nämlich schon unter Umständen erlauben einen Abbruch vorzunehmen (zB. wenn das Leben der Frau gefährdet ist), aber nun gut, das Ganze hat wohl eher den Hintergrund, dass er die Wahl noch nicht abschreiben will...

Diese Aussagen haben mir auf jeden Fall den Mund aufstehen lassen, mal ehrlich, wie kann man nur so sein?
Lächeln konnte ich dann erst bei diesem Lied wieder, also Danke, liebe Grannies!
 

So und wo wir gerade bei der Politik sind und der Einschränkung von Grundrechten...
CDU/CSU - alle Menschen sind also gleich? Schade ist es dann aber doch, dass die in einer Ehe noch ein bisschen gleicher sind...
Die eingetragene Lebenspartnerschaft von homosexuellen Paaren wird der Ehe also, wenn es nach denen geht, nicht der Ehe gleich gesetzt - die Rechte sind nicht die Gleichen... Ist ja auch gut, wenn man Menschen nicht die selben Rechte einräumt, man kann das ja schön verpacken: klar, man wird nicht den Fehler machen und sowas wie Hautfarbe als Grund dafür nennen, da hat Deutschland ja auch noch ein schlechtes Gewissen mit sich zu tragen; nee, dann nehmen wir doch lieber "Schutz der Familie" als ultimative Begründung...

Ich hätte da sonst noch eine andere Idee:
Wenn man in einer Lebenspartnerschaft lebt, sollte man auch die Möglichkeit haben, eine Familie zu sein... Adoption ist ja auch nur EINEM der Beiden möglich, ich frage mich, wieso das so sein muss, so kann das mit der Familie ja nichts werden...
Davon abgesehen zeugt auch nicht jedes Ehepaar Kinder, müsste man dann nicht denen, die noch keine haben auch wieder was wegnehmen?
Also mal ehrlich, jedes Mal, wenn ich das nun lese "Schutz der Familie" (gut, wenn man einigen dann einfach gar nichtd as Recht einräumt, eine Familie zu sein!) und so, da möchte ich mich spontan übergeben - lauter Eltern, die ihre Kinder umgebracht haben im letzten Monat, ein Vater, der sein kleines Mädchen in ne Babyklappe steckt, seine zwei Söhne aber tötet und wo kommt die Kleine nun hin?
Es gibt auch noch andere Paare, die sich freuen würden über ein Kind, also liebe Familienministerin, was soll der Mist?!

Na ja, Deutschland will ja aber wohl eh lieber nicht so gerne, dass noch mehr Bürger gezeugt werden...
Vielleicht sollten wir dann lieber über mehr Abtreibungen nachdenken?!

Virtuell schreien hilft manchmal... also in dem Sinne: summ, summ, summ, Bienchen, summ herum. 




Donnerstag, 12. Juli 2012

Sind Tattoos Kunst?

Ich habe vor Kurzem einen Tattoo Artist entdeckt und bin ganz verliebt in seine Bilder...
So, damit ihr euch selber überzeugen könnt, der gute Mann heißt Florian Karg:
wie gesagt, ich bin noch immer ganz baff, weil der soooooo schöne Sachen macht... 
Ich hab das also angesehen und gedacht "wow, das ist Kunst".

Kurze Zeit danach, als ich mal das Haus verlassen hab, um mich zur Abwechslung mal nicht mit der Uni zu beschäftigen, hatte ich einen kleinen Jungen bei mir, der fürchterlich, fürchterlich müde war, da ich natürlich das ideale Kind habe (wie ihr ja alle hoffentlich mittlerweile wisst!), kann er damit natürlich total gut umgehen und auch, wenn man in einem Geschäft ist, in dem lauter Zerbrechlichkeiten aus Glas und Keramik sind, hört er natürlich aufs Wort, auch, wenn er gerade eigentlich einer anderen Meinung ist... Er würde sich niemals auf den Boden schmeißen oder gar den Anschein machen, Sachen zerstören zu wollen, er würde dabei auch niemals schreien und heulen und um sich schlagen und treten... ach, die Eltern unter euch kennen das ja unter Umständen auch... Na ja, wenn man aber nicht das ideale Kind hat, dann kann es durchaus vorkommen, das andere Menschen komische Bemerkungen äußern... Eine davon könnte sein "kein Wunder, dass das Kind nicht erzogen ist, die Mutter ist ja auch tätowiert."
Also, hmm... vielleicht sind Tattoos doch keine Kunst, sondern lediglich ein Zeichen, das Menschen kennzeichnet, die schlechter sind als andere? Toru Hashimoto, der Bürgermeister der Millionenstadt Osaka (das ist in Japan und die sind auch Sitz eines Goethe-Instituts und haben auch schon eine Weltausstellung ausgerichtet...) würde dieser Aussage wahrscheinlich sogar zustimmen... Der ist nämlich sogar ein wenig weiter gegangen: Er hat all seine Bediensteten aufgefordert zu bekennen, wer Träger eines Tattoos ist. 110 Tätowierte haben sich bisher gemeldet, darunter Busfahrer und Müllmänner, aber auch ein Lehrer - von dem wird auch erwartet, dass er sich sein Tattoo entfernen lässt. Bei den anderen kann unter Umständen auch ein Straferlass erfolgen. Wer allerdings verschweigt, dass er ein Tattoo hat, hat noch schwerere Konsequenzen zu befürchten, der gute Bürgermeister hat nämlich damit gedroht Gehälter zu kürzen und einen Beförderungsstopp zu verhängen...
Ich frag mich nun, wie er das durchsetzen will... Polizeikontrollen? Ne Prämie für die Leute, die freiwillig jemanden verpfeifen? (oh, wieso muss ich nun an Nicknames auf Facebook denken? ha ha) und was sagen eigentlich die Menschenrechtler dazu?

Ich stelle immer wieder fest, die Welt ist doch ein seltsamer Ort...
Und hmm, die Antwort auf die Frage... das da oben ist für mich auf jeden Fall Kunst, aber ich hab auch schon ganz schlimme Gurken gesehen, aber erlaubt sollte sein, was gefällt. so.

Sonntag, 27. Mai 2012

was war mit Peter Urban los?!

Ich habe gestern den Grand Prix geschaut und ich schaue den auch wirklich immer wieder gerne... der Hauptgrund dafür ist aber eher nicht die Musik (denn die Lieder werden vorher ja leider eh schon rauf und runter gespielt und man kennt die meisten Sachen einfach schon...), sondern die Worte dazu von Peter Urban - ich mag es, weil er in den vergangenen Jahren jeden meiner noch so kleinen Gedanken zu den Auftritten auch erwähnt hat und ich mich über seine lustigen, aber so trockenen und frechen Bemerkungen einfach köstlich amüsieren konnte... Gestern war das nicht der Fall und ich frage mich ehrlich, was da los war, ich war ein wenig enttäuscht...


Ich weiß ja, dass er die Semifinals auch schon geschaut hat, aber dann kann man doch zum Beispiel trotzdem mehr zu Rona Nishliu (Albanien) sagen, als das die guten Kristalgläser schnell weggepackt werden sollen - ich meine man ehrlich, das Lied hatte noch ganz andere Höhen und Tiefen und die Frisur der guten Rona war auch sowohl das eine als auch das andere, ich meine, hat da jemand gesehen, was auf ihrem Kopf los war?!
(und hallo, sie ist 5. geworden...)

Dann Donny Montell (Litauen) - also wenn ich blind wäre und er würde so tun als ob mit einer verdammten Glitzeraugenbinde? ich wäre einfach nur froh, dass ich es nicht sehen musste - nee nee nee, damit hat er mir das gesamte Lied zerstört...
(immerhin nur 14.)

Dann das nächste Highlight? Natürlich eindeutig Russland... wäre das Lied dann noch eine Überraschung gewesen, hätten die es, denke ich, sogar machen können... Aber von Peter hab ich mir da weniger Respekt vor dem Alter gewünscht, denn so neckisch die alten Damen waren - mit Singen hat das ganze mal überhaupt gar nicht zu tun gehabt... 
(yeah... 2.)

Nina Zilli (Italien) mochte ich - verstehe allerdings nicht, warum sie auf Amy Winehouse macht - ich finde auch ohne hätte sie echt was hergemacht, eher noch mehr... und Peter hätte auch ein bisschen mehr dazu sagen können, denn die gute Nina hatte irgendwas mit ihrem Bein, also keine Ahnung, was da los war, aber mich hat sie an einen Flamingo erinnert...  
(deswegen wohl auch nur 9.)

Danach gabs dann noch Tooji (Norwegen)... ich finde, seine Platzierung ist dagegen sehr gerechtfertigt, schade... aber wenn ein Model nicht singen kann, sollte er da vielleicht nicht mitmachen? Ich habe mich etwas für das Lied geschämt...
(schwups war er der Letzte...)

Das Lied von Mandinga (Rumänien) hat für mich totalen Sommerhitcharakter - nur was ist mit ihrem Kleid los gewesen?! Es war nicht nur ziemlich kurz, nee, irgendwie sag es auch so aus, als sei es aus Versehen noch kürzer geworden: unten hing nämlich irgendwie noch Fadenkrams raus, aber es sah so aus, als sei es einfach nur aufgerippelt - Peter? Was war da los?!
(12. Platz)

Ein bisschen danach kam dann mein persönliches Highlight: Soluna Samay (Dänemark)
(die anderen könnt ihr übrigens auch hier alle noch ansehen)
Ich fand sie wirklich super, aber das ist meistens so, wenn ich was sehr mag, dann schneidet es nicht so gut ab, also ein großes "sorry" gen Norden - ich fand das Lied klasse und ich mochte auch die nicht zusammenpassenden Klamotten der Bandmitglieder... schade, genau wie letztes Jahr, da mochte ich die dänischen Jungs auch sehr gerne... 
(der mich sehr enttäuschende 23. Platz!)

Na ja, dann gabs noch die Favoritin und dann ja auch Gewinnerin Loreen (Schweden) - im Radio kann ich mir das Lied auch wirklich ganz gut vorstellen, Ohrwurmcharakter hat es auch... ich finde einfach nur Favoriten immer etwas doof, das macht das ganze irgendwie weniger spannend... na ja, sie hat auf alle Fälle auch das "oh oh oh" Element in ihrem Lied - zusammen mit "la la la" wohl die wichtigsten Elemente dieses Jahr (ob das daran liegt, dass so viele der Lieder aus schwedischer Feder stammen? was sagte Peter, 16 Stück von denen, die im Finale und den Semifinals waren?)...
(joa, 1. sie hätte sich ein bisschen mehr
freuen können, finde ich, aber vielleicht
hab ich das hinter dem Pony auch nur nicht
gesehen...)

Hmm, dann also der gute Roman noch... ich denke, er hätte noch ein bisschen verträumter schauen sollen, mir waren die Augen zu weit auf... ha ha... aber mal im Ernst, mit nem karierten Hemd und einer Mütze, die nicht so sehr die Ohrläppchen verdeckt, hätte er es ganz sicher weiter gebracht (und das heißt nun nicht, dass ich einfach und sowieso und überhaupt... ich wechsel hier nun lieber das Thema: ich mag nicht nur Ohrläppchen, sondern auch Schokolade.)
(8. joa, kann man machen, war ok - 
so stolz wie Peter war ich auf den Platz nun nicht...)

Dann kamen welche auf die Bühne, die mich optisch an die Ungaren erinnerten (die sind als 2. gestartet), anders waren aber auf jeden Fall die Tanzschritte von Kurt Calleja (Malta) - fand ich klasse... 
(nur 21. so schlecht fand ichs echt nicht)

Dieses mal ohne Lipstick, aber mit viel Wasser waren Jedward (Irland) wieder da... Das Lied war nun nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht - Peter hat aber schon Recht, bei dem Rumgehopse können sie froh sein, dass sie so gute Backgroundsänger haben... 
(19. Platz)

Gleich nach den Iren kam Zeljko Joksimovic (Serbien) und tatatataaaaaaaaaaa: ich denke, sie hatten Gummistiefel an - ist ja auch eigentlich kein Wunder, wenn vorher so viel rumgeplanscht wird... Aber ich hätte mir das gerne von Peter bestätigen lassen... Also? 
(3. Platz und schade, ich erinner mich nur an die Schuhe)

So weit also meine Meinung zu den Teilnehmern, das nächste Mal möchte ich von Peter aber mehr Informationen und viel viel mehr schnippische Bemerkungen, denn sonst schau ich mir das nicht wieder an. So. 
Und nun höre ich mir Dänemark nochmal an, die waren nämlich super. 

Montag, 21. Mai 2012

Gott sei Dank bin ich nicht katholisch...

Ich weiß nicht, ob ihr das mitbekommen habt, aber In dem Diskussionspapier “Der Geist Gottes wohnt in uns” schlugen mehrere Politikerinnen und Politiker der Grünen eine Kultursteuer nach italienischem Vorbild vor.
In dem Papier heißt es wörtlich:
“Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten? Wir meinen, es ist auch aus der Perspektive unserer Kirche richtig, einen Reformweg zu beschreiten, der sich am italienischen Vorbild einer ‘Kulturabgabe’ orientiert, welche alle Menschen an eine gemeinnützige Institution ihrer Wahl entrichten. Dies stärkt die Position der Kirche mehr als Debatten über die kircheninternen Konsequenzen der Verweigerung von Kirchensteuerzahlung.”

Dazu sollte man sagen, dass das nicht grundsätzlich die Meinung der Grünen ist, sondern dass es sich lediglich um die Gedanken einiger katholischen Grünen handelt...

Ich frage mich da nur eins: haben die den Schuss nicht gehört?!

Ich bin nicht katholisch, ich bin auch nicht sonderlich gläubig und brauche auch keinen Halt durch die Kirche... Ich weiß auch nicht so sonderlich viel über diese Institution, aber das, was ich so höre, das reicht mir auch eigentlich schon... 
Ich finde die Idee an sich ja gar nicht so doof, Kirche kann natürlich auch vielen Menschen sehr helfen, aber irgendwie ist müssen sich so Konzepte auch weiter entwickeln und da hakt es bei der Kirche scheinbar ganz gewaltig... 

Das letzte, was ich so bewusst über die katholische Kirche gelesen habe (wenn es auch um die in den Niederlanden ging, aber das ist ja ein Verein... Link zu dem Artikel - darin ging es wie so oft um Missbrauch, aber auch um die katholische Haltung zur Homosexualität und sogar um Fälle von Kastration, um Homosexualität zu heilen!)
Die Fälle, um die es in dem Artikel geht, sind nun schon so lange her und trotzdem hört man heute auch immer wieder solche Sachen...

Dieses Papier der Grünen soll also dazu beitragen, dass weniger Menschen aus der Kirche austreten? Wenn man in der Kirche sein will, dann bleibt man da auch drin, wenn man an die Sachen glaubt, für die sie steht, dann macht das bisschen Geld auch nichts aus... wieso denken die überhaupt, dass die Leute reihenweise austreten, weil es die Kirchensteuer gibt? Tatsache ist nun einmal, dass die Zahl derer, die austreten, seit dem Bekanntwerden der Missbrauchsskandale um ein Vielfaches gestiegen ist - die meisten drücken also wahrscheinlich mit einem Austritt eher ihre Distanz zur Kirche oder zum christlichen Glauben aus...
Pünktlich zum Katholikentag kamen die also mit so einem Papier - ein Papier, das sich eher wie eine Liste mit Gründen für einen Austritt liest...
Und auf dem Katholikentag in Mannheim selber wurden dann gerade unter anderem solche Sachen verteilt:

mal ehrlich, kann man die noch ernst nehmen?
also, wenn die, die noch drin sind so eine Meinung haben, dann kann ich verstehen, warum so viele austreten - ich finde es zumindest ganz gruselig... und ich finde, man sollte die mal fleißig aufklären, denn es ist ja nun einmal auch so, dass die höchste Rate derer, die sich neu mit HIV anstecken männliche Heterosexuelle sind...
Aber gut, das soll nun nicht mein Thema sein... 

In Deutschland hat auf jeden Fall jeder die Freiheit zu glauben oder nicht zu glauben, was er will und das ist auch gut so - eine Zusatzsteuer für die Konfessionslosen darf es nicht geben, damit die katholische Kirche ihre Probleme auf die Reihe bekommt... 
Davon abgesehen, wäre die Durchsetzung dieser Forderung auch einfach nicht rechtens (wer will, darf sich dazu mal Art. 140 GG ansehen oder bei Wikipedia schauen)...

Gruselig, dass Politiker Zeit haben, sich so einen Schwachsinn auszudenken und ich bin einfach nur froh, dass ich mit dem Verein nichts zu tun habe. 

Samstag, 25. Februar 2012

kultureller Wert: Kinder!


Der Originalartikel ist vom o9.11.2o11

Die UNO hat symbolisch den 31. Oktober zu dem Tag festgelegt, an dem der siebenmilliardste Mensch geboren wurde. 12 Jahre nach Nummer 6.000.000.000 sind wir nun also schon so weit. In vielen Ländern der Welt gab es dazu nun also Feierlichkeiten, zu den Geburten der symbolisch fuer das siebenmilliardste Kind stehenden Babys kamen UN-Vertreter und es gab Kuchen... 
Dazu gibt es natürlich gaaanz viele unterschiedliche Meinungen - der indische Gesundheitsminister Ghulam Nabi Azad sagte, die Geburt des siebenmilliardsten Menschen sei "kein Grund zur Freude, sondern zu großer Sorge" und auch in Indien wurde eins der Jubiläumsbabys geboren...

Soviel nun also mal einleitend... gelesen habe ich das Ganze auf web.de, da gab es nämlich einen Artikel dazu - soweit ja auch noch nichts außergewöhnliches, aber dort können nunmal immer die Leser auch was dazu posten, wenn sie das gerne möchten. Ich habe die dann einfach mal gelesen, denn demographische Fragen finde ich ja auch immer ganz interessant - viele der Kommentare da waren aber durchaus ganz schön gruselig... Um euch mal einen kurzen Einblick zu geben, hab ich mal ein paar davon hier reinkopiert:

"Ich warte ja eigentlich nurnoch auf die Massenzuwanderer nach Europa, weil die Dritteweltländer(Afrika allen voran, da ist ja bald nichts mehr, bei sovielen Kriegen auf dem Kontinent). [...] Europa, mach dich dicht davor. Dieser Kontinent gehört uns."
von Khalidafan 

"So viele Menschen braucht man nicht. Hier ist wieder Quantität über Qualität. In Afrika und dem nahen Osten werden die Kinder haufenweise gezeugt (4-7 pro Frau), obwohl die Menschen unter ärmsten Verhältnissen leben. Nach ein paar Jahren, wenn überhaupt, sterben die Kinder an Krankheiten oder verhungern. Leider wird das hier im Artikel gar nicht beachtet."
von oligi3008

"Sagt denen in der ungebildeten 3. Welt keiner, dass ihre Kinder ein Armutsrisiko sind und dass sie mit ihrem Verhalten selbst zum Elend beitragen?"
von maxikatze

"statt immer mehr menschen in diese welt zu setzen sollten die menschen erstmal dafür sorgen das niemand mehr hungern muß und welche länder hunger die wo immer mehr menschen in die welt gesetzt werden die sollten doch erstmal ihr land selber fruchtbar machen andere haben es sogar in der wüste geschaft das etwas blüht
das sind die länder die obendreiun noch unterstützt werden ja immer mehr kinder in die armen länder die sind so arm weil sie überbevölkert sind und keiner ihnen einhalt gebietet"
von angeleisi

Die meisten Baby`s gibt es sowieso in Afrika, wo fast jede Frau bis 8 Kinder hat und die dann auch nichts zu Essen haben.
Für mich nicht nachvollziehbar und echt krank.
von silli46

"China war (und ist) das einzige Land der Welt das wenigstens ernsthaft versucht hat mit deiner "Ein-Kind-Politik" (so umstritten sie auch ist) etwas dagegen zu tun."
"Und für die Menschen in den armen Ländern sind viele Kinder auch heute noch eine seit Jahrtausenden halbwegs funktioniernde Rentenversicherung."
von anpadi

"Kondome kostenlos in Großpackungen verteilen. Kostenlose Pille für alle Frauen, kostenlose Sterilisation für alle Frauen / Männer mit mehr als 3 Kindern. Keine Nahrungsmittelspenden mehr in die Dritte Welt; aber auch KEINE Nahrungmittelimporte mehr von dort! Kostenlose Schulen für alle Menschen in der Dritten Welt. Schulpflicht bis 16 Jahre!"
von jambon1

"@churi, S. 8
" ,gestern erst wieder im Weltspiegel nen Beitrag gehabt wo sie zeigeten das es in Uganda normal ist das man 8 Kinder + hat und das in jeder Familie ..... hmmm naja wenn man ehrlich ist war das in Europa vor 80 Jahren auch ned anders. "
Quatsch, mit Sauße.
1. Wann hat Europa bei anderen Nationen gebettelt ?
2. Wann haben sich die Europäer vermehrt, wie die Karnickel, obwohl es vorhersehbar ist, dass die finanziellen Mittel weder für die Eltern - noch die Nachkommen ausreichen ? Bauer kamen in der BRD auch vor 80 Jahren gut über die Runden - im Vergleich zu Ost-Afrika heute."
von rubin

"Statt Care-Pakete zu verteilen sollte man (wenn schon Zwangssterilisation nicht durchführbar ist) jede Zuwendung für Familen mit mehr als 2 Kindern stoppen."

"Die Industrienationen werden immer weniger und könnten sich Kinder leisten. Vermehren tun sich nur die die zu faul sind zu arbeiten und dann auf Spenden warten."
von tomiluci

So, das nun also als kurzen Einblick in die Gruseligkeiten der Kommentare... Leider waren diese tatsächlich eher die Regel, auch, wenn vereinzelt ein paar andere dazwischen waren... Diese doch recht negativen Kommentare hatten für die Probleme der Welt immer wieder die gleichen Lösungsvorschläge: Pandemien, die das Problem von selbts lösen (ist ja schließlich kein Wunder, wenn die da nicht verhüten, dass die alle Aids haben, nech?!), staatliche Geburtenkontrolle (ja, auch Zwangssterilisation und so...) und sowieso einen Stop der Hilfen aus dem Westen.
So, ihr könnt es euch sicher denken, ich war mal wieder voll mit inneren Agressionen, also könnt ihr dies auch mal wieder als viertuellen Schrei auffassen... Mal ehrlich, Menschen die sowas ernst meinen, machen mir Angst und ich verstehe einfach nicht, wie man so denken kann... 

Ich möchte mit diesem Artikel diesen seltsamen Ansichten gerne etwas Kontra geben und der Übersicht halber, werde ich die Punkte mal nacheinander abhandeln:

 1. in den (von den Leuten so gerne kritisierten) Ländern in denen die Fertilitätsrate so hoch ist, dass die Bevölkerung wächst, haben Kinder einen kulturellen Wert! Wieso wird vergessen, dass Kinder dort einen viel höheren Wert haben als hier bei uns? Reichtum wird dort ganz anders definiert, wer viele Kinder hat, ist reich (und ganz ehrlich, wer lieber immer das neuste Iphone hat und am besten drei Fernseher, einen für die Wii, einen fuer die PS und einen zum Fernsehen und deswegen gar keine Zeit hat, Kinder in die Welt zu setzen, der kann das natürlich nicht verstehen...  ). Dort gibt es keinen Sozialstaat, der Renten gibt (was bei uns ja auch nicht mehr so sicher ist, nachdem es nun sogar Staatspleiten gibt, haha...), Vorsorge für die Zukunft wird durch das Zeugen von Kindern getroffen - sollten wir hier uns mal ein Beispiel dran nehmen, denn wer soll später unsere Renten bezahlen?

2. Kinder waren auch früher in Europa für ihre Eltern und Großeltern verantwortlich, es ist natürlich besser, wenn man die in ein Heim abschieben kann (wer das dann bezahlt, ist ja auch egal, nicht wahr?!). Auf alle Fälle kann man damit sagen, dass es auch einfach ein System ist, das funktioniert und wären die Kolonialmächte nicht auf die Idee gekommen andere Länder auszubeuten, würde dieses System sicherlich auch heute noch sehr gut funktionieren.

3. zum Stichwort "Kolonien"... Es stimmt, in vielen dieser Länder funktioniert es mit der Politik auch einfach nicht so ganz. Man sollte sich dazu allerdings die Frage stellen, wessen Schuld das eigentlich ist - denn bevor die Kolonialmächte dort alles durcheinander gebracht haben, weil sie meinten, es müssten Grenzen gezogen werden, hat es auch funktioniert; die Menschen haben einfach kulturbegründete "Grenzen" gehabt - die Kriege zwischen den künstlichen Ländern haben ihren Ursprung somit auch woanders. Demokratie ist auch etwas künstliches und mittlerweile trauen sich die Menschen hier ja auch anzuzweifeln, dass Demokratie und Kapitalismus gleichzeitig möglich sind. Auf Grund von Zwang demokratisch sein zu müssen, das kann also gar nichts werden - besonders dann nicht, wenn die Länder eh noch klein gehalten werden müssen, denn überlegt doch nur mal, wie viel Geld wieder rein kommt, wenn man denen zum Beispiel Waffen verkaufen kann... 

4.  Argumente gegen künstlich Geschaffenes kann man aber auch noch woanders finden: Stichwort "staatliche Geburtenkontrolle"!  Die Leute haben dabei wohl an sowas wie die Ein-Kind-Politik in China gedacht. Wenn man mit sowas argumentiert, sollte man sich allerdings auch anschauen, was das bislang so für Konsequenzen hatte. Zuerst mal soll gesagt sein, dass Chinas Bevölkerung weiter wächst, was schonmal dafür spricht, dass die ganze Sache nicht funktionieren kann. Fortpflanzung ist was Natürliches, wie soll man das verbieten? Zwangssterilisation würde gegen die Menschenrechte verstoßen, das kann also nichts werden. Ein weiteres Problem (und noch dazu eins, dessen Folgen nun noch gar nicht absehbar sind!) ist der kulturelle Wert des männlichen Geschlechts. In China ist es so, dass eine Tochter (auf Grund von Mitgift usw.) um einiges teurer ist, als ein Sohn - wenn es nun also finanziell positiver ist, einen Jungen zu haben und ich nur ein Kind bekommen darf, na, was passiert wohl dann? Auch wenn eine Abtreibung nur erlaubt ist, wenn sie medizinisch notwendig ist, freuen Ärzte sich über Bestechungsgelder... Jeder 5. männliche Chinese, der nun geboren wird, wird, wenn er 20 ist, keine Frau mehr abbekommen, aus dem einfachen Grund, dass sie 20 Jahre eher nicht geboren wurde, man kann sich also vorstellen, dass Probleme da vorprogrammiert sind...

5. keine Nahrungsmittelexporte mehr in die dritte Welt. Dazu kann ich nur sagen, dass das eine ziemlich gute Idee ist - diese sind nämlich zum Teil erst dafür verantwortlich, dass die Menschen dort sich nicht (mehr) selber helfen können. Man sollte sich nur mal anschauen, wie viele Hühner beispielsweise nach Ghana exportiert werden (in der EU haben wir ja auch einfach so viel Fleisch, dass selbst, wenn man nichts anderes mehr essen würde noch mehr als genug für jeden da wäre!). Schön ist auch, dass die EU-Hühner dort günstiger sind, als die von einem ghanaischen Landwirt . Seit die EU ihr Fleisch subventioniert und darüber schickt haben schon über 70% der Landwirte dort ihre Existenz verloren... und da fragen sich allen Ernstes noch Menschen, warum die sich dort nicht selber versorgen können?!  Aber klar, man muss ja auch daran denken, wie man hier in Europa zu Geld kommt. Ein ganz toller Weg ist auch, die Gewässer vor Westafrika zu europäischen Gewässern zu machen - ist ja auch super, wenn nur noch die EU da fischen darf und gerechtfertigt ist das ja auch, waren ja schließlich mal Kolonien... Nur schlimm, dass dann immer die bösen, bösen Piraten da auftauchen...

6. wenn man mir nun also glauben mag, sind Kinder gar nicht so schlimm, aber verhüten könnte man ja trotzdem einfach mal. In Südafrika gibt es an allen öffentlichen Orten Kondome, die man sich so mitnehmen kann, da muss man nichts dafür bezahlen und wenn man ins Krankenhaus geht, kann man auch ein Paket mit 100 Stück einfach so mitnehmen. Nur das Problem an der Sache ist, dass dort noch lange nicht so offen über das Thema gesprochen wird, in den Schulen gibt es keine Früherziehung, die den Jugendlichen zeigt, wie man Kondome benutzt. Daran sollte gearbeitet werden. Allerdings ist es mehr als falsch, damit zu argumentieren, wenn man den Menschen dort die Schuld daran geben möchte, dass die HIV- und Aids-Rate dort so hoch ist. Interessanterweise waren es ja nunmal Amerikaner, die mit afrikanischen Affen rumexperimentiert haben, um ihre Weltraumexkursionen besser zu machen, die so den Virus überhaupt erst entwickelt haben. Dass über 30 Jahre kein Wort dazu gesagt wurde, hat es natürlich begünstigt, dass der Virus, der sich dann auf den Menschen übertragen hatte, sich ungestört ausbreiten konnte. Der Ursprung war in Afrika, deswegen gibt es da auch so viele Menschen, die das haben. Das Land mit der höchsten Rate außerhalb von Afrika ist übrigens Thailand - es wird vermutet, dass auch daran die Amis einen großen Teil der Schuld tragen, die dort stationierten Soldaten hatten nämlich ihren Spaß... Aber nur so nebenbei, deutsche Sextouristen kann man auch von der Schuld nicht komplett frei sprechen... 

7. klar Europa, mach mal deine Grenzen zu, sei dir aber bewusst, dass dann auch Kaffee und Tabak und Bananen und lauter solche Sachen nicht mehr reinkommen... Na, was sagst du nun? Europa wäre nichts ohne die Ressourcen (sowohl sozial in Form von Facharbeitern, als auch materiell) von außerhalb!

so und bevor ich nun zu meinem Grand Finale komme (ja, ich hab tatsächlich noch mehr von meiner Meinung zu bieten... ha ha), für die, die das hier schonmal so weit gelesen haben, hier ein paar Lieder zum Nachdenken... Queen und Michael Jackson haben es schon so treffend gesagt... (konnte leider die offiziellen Videos nicht finden, aber geht ja um den Text, nech?)



  



Die Welt hat sehr wohl noch Platz für Menschen, das einzige Problem ist die unglaublich undurchdachte Verteilung von Gütern und lebensnotwendigen Ressourcen... Die Leute, die sich beschweren, sollten mal drüber nachdenken, dass auch sie Schuld daran tragen und zwar zu einem erheblichen Teil... 
Ich bin in anderen Ländern gewesen, in Ländern in denen es den Menschen angeblich so schlecht geht - doch die Leute da sind mit viel weniger zufrieden... Hier habe ich das Gefühl, dass die Zahl derer, die nie mit irgendwas zufrieden sind unendlich hoch ist... Man sagt ja  nicht umsonst, der Mensch sei das grausamste Tier - Raubtiere töten nicht des Tötens willen, sondern weil sie Hunger haben, wenn sie satt sind, hören sie allerdings auf, was man vom Menschen nicht gerade sagen kann! 
Man sollte jeden Tag dankbar sein für das, was man hat und glaubt mir, gerade wir hier in Deutschland haben mehr als genug! 
Und um noch einmal zum Ausgangsthema zurück zu kommen: Jedes Kind ist Grund zur Freude - überall auf der Welt! (und ihr wisst ja, wie ich denke - auch hier in Deutschland, auch, wenn Vermieter oftmals lieber Menschen mit Hunden, als Familien mit Kindern bei sich wohnen haben wollen...)
Es wird Zeit, dass auch hier Kinder wieder wertvoll werden!

Ich möchte noch dazu sagen, dass das Thema einen großen emotionalen Wert fuer mich hat.
Deswegen habe ich mir auch ein bisschen mehr Zeit dafür genommen - ich weiß, der Artikel, auf den ich mich beziehe, ist nun schon 2 Wochen alt, aber das Thema ist eins, was wohl noch viel länger aktuell bleiben wird. 












Donnerstag, 23. Februar 2012

mein virtueller Schrei gegen Deutschlands "Kinderfreundlichkeit"


Der Originalartikel ist vom 19.1o.2o11

Heute bin ich also wieder bei meiner Lieblingspolitikerin, denn ich kann einfach nicht verstehen, wie man sich wundern kann, dass die Deutschen (und besonders die Akademiker) keine Kinder bekommen wollen. Mal als kurze Erinnerung, was die gute Frau Schröder so für eine Meinung hat:

"Oft scheitert das dritte Kind allerdings auch am Alter der Frauen."

Rufen Sie nun dazu auf, mit 20 das erste Kind zu bekommen?

"Jedenfalls brauchen wir eine Debatte darüber und sollten Frauen ermutigen, früher diesen Schritt zu wagen, durchaus auch während des Studiums. Vatis Ansage „Mach erst deine Ausbildung fertig“ an die Töchter und Söhne gehört auf den Prüfstand."
Quelle: Focus.de (Interview mit Kristina Schöder, 16.05.2011)

So, die Dame will also die Geburtenrate nach oben treiben, komme, was da wolle - dass das so aber nicht funktioniert, scheint sie nicht zu sehen. Es ist ja schoen und gut, dass Akademiker Kinder in die Welt setzen sollen und dies auch schon während des Studiums geschehen darf, aber dann muss auch dafür gesorgt werden, dass die Studenten dabei dann unterstützt werden.

Ich habe das große Glück an einer "familienfreundlichen" Universität zu studieren (angeblich die familienfreundlichste in Deutschland!), ha ha... Was wirklich familienfreundlich daran sein soll, weisß ich noch nicht so  ganz, es könnte die Tatsache sein, dass es 2 Wickelmöglichkeiten gibt (dieses Jahr sind es übrigens etwa 24.000 Studenten und 4000 Mitarbeiter!) und es auch Kinderbetreuungsmöglichgkeiten gibt - die aber scheinbar eher fuer die Kinder der Mitarbeiter gedacht sind, als für die der Studenten. Wenn ich aber ein Familienapartment im Studentenheim will, kann das schon nichts werden, wenn man sich Jahre vorher dafür anmelden müsste... Aber nun gut, hätte ich das genauer durchdacht, wäre ich nun wohl noch keine Mama, aber zurück zu Kristina: Wenn die Studentinnen nun früher Kinder bekommen, was dann? Na was wohl? Dann ist die Quote ja erreicht und alles ist gut. Denn wie man dann das Studium in der Schwangerschaft hinbekommt und wie es danach, gerade auch finanziell weiter geht, ist dann ja nicht mehr ihre Sache. 

Als “hochemanzipierte Frau” schafft man das alles aber auch locker mit Kind. Das Balg muss sich dann einfach nur der mütterlichen Karriere unterordnen – also Schluss mit den “verkrampften Debatten” und finanziell sollte das auch gar kein Problem sein, denn der Staat steckt ja so viel in die Bildung und in seine Kinder (hier könnt ihr euch mein lautes, verbittertes Lachen dazu denken ).

Bevor der kleine Mann da war, hab ich studiert und nebenbei gearbeitet, um mich zu finanzieren (und ich hab mehr gearbeitet, als für meine Noten gut war), aber anders ging es einfach nicht, denn Bafög wurde abgelehnt. Nun habe ich also einen kleinen Sohn und gehe nicht mehr arbeiten, was bedeutet, dass wir schonmal sageundschreibe 184€ im Monat zur Verfügung haben (nach Abzug der Miete sind das dann -166€. ha ha). Als Studentin stehe ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, also habe ich auch kein Recht auf ALG oder Harz4. Soweit also schonmal so gut bzw. so schlecht. Aber das geht ja auch einfach noch weiter. Im August bin ich 25 geworden (dazu sollte man vielleicht sagen, dass ich in der Regelstudienzeit studiere und ich nach dem Abitur ein Jahr im Ausland verbracht habe), deswegen fällt das Kindergeld für mich weg und ich muss mich selber krankenversichern - für das Budget heißt das: minus (184€ Kindergeld + 76€ Krankenversicherung) = ein weiteres Minus von 260€. Schlimm daran finde ich, dass ein normaler Student es nicht bis zu einem Masterabschluss bringen kann, ohne diese krassen Extrakosten zu haben, das erleichtert die Entscheidung für ein Kind dann natürlich ueberhaupt gar nicht. 

Aus dieser kleinen Zusammenfassung kann man also erkennen, dass das ganze so schonmal echt schwierig ist. Möglich wäre das sicherlich, wenn ich einen reichen arabischen Ölscheich geheiratet hätte - dann müsste ich das hier aber auch alles nicht schreiben... 
In meiner persönlichen Geschichte sind wir da aber nun auch irgendwie bei dem nächsten Problem. Der Papa von meinem kleinen Schatz ist kein Deutscher, er ist Brite - also EU-Staatsbürger, dumme Sache. Er ist als Soldat nach Deutschland gekommen, war nun vier Jahre hier, spricht aber, weil er auf einem britischen Stützpunkt gelebt hat so gut wie gar kein Deutsch. Bis letzten Monat haben wir eine Wochenendbeziehung geführt, nun hat er aber gekündigt, weil wir uns dafür entschieden haben, dass ein halbes Jahr Afghanistan nichts für uns ist. Also, Deutschland braucht Kinder, wir wollen gerne hier bleiben, gute Sache; muss der Kerl nur noch Deutsch lernen... Und da sind wir nun bei unserem nächsten Problem... Bis er das kann, kann er nicht arbeiten, so lange er nicht arbeitet, bekommt er aber auch keinen müden Cent. Aber warum eigentlich nicht?! Der deutsche Staat hat in seinen Gesetzen festgelegt, dass ein EU-Bürger nur hier sein darf, wenn er sich selber versorgen kann. Wenn er das also nicht kann, muss er zurück in seine Heimat und dann muss sein Kind eben ohne Vater aufwachsen (das ist ein Zitat), so einfach ist das. Und was fällt mir dazu ein? Ich finde es ekelhaft. 
(Ich merke hier einfach nur mal nebenbei an, dass mir zu Ohren gekommen ist, dass das KEIN Einzelfall ist!)

Hmm, das muss dann nun wohl die Definition für "Kinderfreundlichkeit" sein, denn Frau Schröder denkt ja durchaus, dass genug getan wird:
"Die Politik darf sich nicht überschätzen. Es ist eine sehr private und individuelle Entscheidung, ein Kind in die Welt zu setzen. Es gibt nicht die eine Maßnahme, die den Kindersegen bringt. Für mich steht im Vordergrund, die Vereinbarkeit zwischen Job und Familie zu vereinfachen. Das heißt zum einen, allen Unkenrufen zum Trotz an besseren Betreuungsmöglichkeiten für Kinder festzuhalten." 

Schade nur, wenn dann ja noch gar kein Job in Aussicht ist, weil eigentlich noch das Studium im Vordergrund steht und wenn der Papa dann auch noch nichts machen kann, weil von den 184€ Kindergeld nicht auch noch ein Sprachkurs bezahlt werden kann... 

Kommen wir nun also zu einem weiteren - immer gern genannten - politischen Thema: die EU.
Griechenland bekommt eine Milliardenhilfe, aber mein Freund darf nicht bei seinem Sohn bleiben, weil er nicht für seine Familie sorgen kann ohne einen Deutschkurs zu machen, weil er ohne die deutsche Sprache auch nicht wirklich Aussicht auf einen Arbeitsplatz hat. Von dem Geld, was in europäische Länder gesteckt wird (scheinbar ohne da so viel zu verändern wohlgemerkt... ) könnte ich jedem Griechen einen Volkshochschulkurs zum Deutsch lernen bezahlen - dann hätten wir hier auch weniger Facharbeitermangel und könnten auch noch immer in Griechenland Urlaub machen. Schön. 
So und weil ich mich gerade in Fahrt geschrieben habe, EU-freundlich ist Deutschland schonmal auch gar nicht. Die Politiker sind lediglich daran interessiert wieder gewählt zu werden. Wenn der Euro stark bleibt, dann ist die Wirtschaft hier in Deutschland auch nicht so schlecht und dann haben die Politiker was zum lächeln. Also werden EU-Bürger hier auch schonmal gar nicht unterstützt, dafür aber alle anderen, zumindest, wenn es um Sprachkurse geht - Iraner und Türken und Chinesen und sonst so alle bekommen sowas nämlich durchaus bezahlt - die sind ja aber auch einfach nicht in der EU. Nun könnte ich daraus den Schluss ziehen, dass nur knapp 25% der Deutschen für einen EU-Beitritt der Türkei sind, weil sie es gut finden, dass die hier kostenlos lernen dürfen, aber ich denke, der Zusammenhang ist da nicht allen so klar und deswegen wahrscheinlich auch nicht der Grund dafür, dass die Deutschen die Türkei so sehen - schön ist die Idee trotzdem, ha ha. 

So und weil ich nun gegen sooooo viele Sachen gewettert habe, kommt zu guter letzt noch ein schönes Thema: Das einzige, was man machen könnte, wenn man mit einem ausländischen EU-Bürger ein Kind hat und nicht will, dass dieser aus Deutschland raus muss, ist: *tatatataaaaaa* der "heilige Bund der Ehe". Mal davon abgesehen, dass heiraten teuer ist, finde ich nicht unbedingt, dass man das tun sollte, weil die Ehe andere Liebende boykottiert. Klar, wir haben hier die sogenannte "Homo-Ehe" und wenn man sich nicht damit beschäftigt, mag man denken, dass Homosexuelle gleichberechtigt seien. Wenn man sich aber mal die Mühe macht und vergleicht, dann kann man sehen, dass die "Homo-Ehe" gar keine Ehe im eigentlichen Sinne ist, sondern lediglich eine "Lebenspartnerschaft". In dieser hat man aber keinesfalls die gleichen Rechten wie in einer Ehe. Artikel 6, Absatz 1 des Grundgesetzes geht sogar noch weiter: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung." und das heute, wo doch vor dem Gesetz angeblich alle gleich seien... Meiner Meinung nach ist das etwas, was man nicht unterstuetzen sollte, aber nun gut. Ich wünsche mir einfach fuer die Zukunft, dass auch da noch mehr gemacht wird und ein homosexuelles Paar in Zukunft beispielsweise auch zusammen ein Kind adoptieren darf. 

Also mein heutiges "Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh" gilt der Politik, mal ehrlich, hier in Deutschland läuft doch wirklich Einiges falsch oder sehe nur ich das so?!